Der einfache Einstieg

Mit den Trainingskarten können Sie hilfreiches Wissen so stark verinnerlichen, dass es im Gedächtnis haften bleibt und zu jeder Zeit abrufbar ist. Nutzen sie die coach-its kreativ und experimentierfreudig. Zum einfachen Einstieg und zur Anregung dienen Ihnen zu Beginn die folgenden Vorgehensweisen.


Die Karten spielerisch kennenlernen

Suchen Sie sich eine Trainingskarte aus, lesen Sie diese ganz in Ruhe und lassen Sie sie auf sich wirken. Lernen Sie so alle coach-its und das Thema Kommunikation spielerisch kennen.

Einen Tag lang an eine Karte denken

Suchen Sie sich gezielt ein coach-it aus, mit dem Sie ihre Kommunikation verbessern können. Prägen Sie sich das Symbol und den Inhalt ein. Denken Sie über den Tag verteilt so oft wie möglich an dieses coach-it und bauen Sie es in ihre Kommunikation ein, wenn die Situation dazu passt. So erzielen Sie bewusst mehr Wirkung.

Ein Gespräch mit den Karten vorbereiten

Bereiten Sie ein Gespräch mit coach-its vor. Suchen Sie sich einige Trainingskarten aus, die Ihnen hilfreich sein könnten. Verinnerlichen Sie sich diese als Stütze für Ihr Gespräch. Reflektieren Sie auch danach, was gut funktioniert hat und wo es noch Möglichkeiten zur Verbesserung gibt. So finden Sie mit der Zeit die passenden kommunikativen Lösungen.



Nimm Freude und Glück wahr! Drück Deine Freude aus!


Konstruktiv nutzen

Freude, Glück und Dankbarkeit besitzen im Kern dieselbe
Gefühlsqualität. Glücksgefühle entstehen, wenn wesentliche seelische Bedürfnisse befriedigt wurden oder man sich auf deren Befriedigung freut. Die Impulse, die mit Freude in Verbindung stehen, sind Öffnung und Kontakt.
Die Intensität reicht von Zufriedenheit, über Freude/Glück,
bis Euphorie. Freude trägt zum Wohlbefinden bei, motiviert und regt zur Kommunikation an.

Achtung

Glück nicht zum Zwang werden lassen. Der konstruktive Umgang mit allen anderen Gefühlen führt zu Ausgeglichenheit und „natürlichen“ Glücksgefühlen.

Beispiele

Beim Gesprächspartner verbal überprüfen: „Sie sind froh darüber, dass ...?“
Beim Begrüßen Freude ausdrücken: „Ich freue mich Sie zu sehen!“
Erfolgreicher Projektabschluss: „Ja, wir haben es geschafft!“



Frag Dich: „Was ist gerade sinnvoll und was nicht?“


Konstruktiv nutzen

Genauso wie Strategien oder Verhaltensweisen auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden müssen, sollten auch coach-its nicht unreflektiert eingesetzt werden. Es ist z. B. Unsinn, Schweigen aufrechtzuerhalten, wenn eine direkte Antwort angebracht wäre. Oder zuzuhören, wenn ein deutlicher Appell zielführender ist. Eine Verhaltensweise, die in einer bestimmten Situation gut ist, kann im nächsten Moment übertrieben und kontraproduktiv sein.

Achtung

Die Sinnhaftigkeit einer Verhaltensweise ist manchmal nicht sofort ersichtlich. Weisheit entsteht durch Erfahrung.

Beispiele

Eine Kundenbetreuerin bemerkt in einem Beratungsgespräch, dass ihre Kundin verunsichert ist.
Die Kundenbetreuerin fragt sich, was jetzt sinnvoll sein könnte.
Sie erkennt, dass sie von der Kundin zu viel einfordert, und beschließt aktiv zuzuhören („Ohr“) und mehr Hintergrundfragen zu stellen („Fragezeichen“).




Kombiniere die coach-its!

Stellung beziehen

Da die coach-its einzelne Kommunikationselemente beinhalten, lassen sich diese zu wirkungsvollen Techniken kombinieren und einfach trainieren.

Beim Stellungen beziehen z. B., haben sich das Fernglas (Beobachtung beschreiben), das Kugelspiel (Auswirkung beschreiben) und die Brieftaube (Ich-Botschaft verwenden) bewährt.

Es gibt viele Methoden und Techniken, die sich mit den einzelnen coach-its erklären und trainieren lassen. Entwickeln und verfeinern Sie Ihre Kommunikation effektiv und mit Leichtigkeit!


Konstruktiv nutzen

Folgende Formulierungen können dabei als Stütze dienen:

„Mir ist aufgefallen ...“ (Fernglas)

„Dadurch entstehen folgende Auswirkungen ...“ (Kugelspiel)

„Meiner Meinung nach wäre es besser ...“ (Brieftaube)

 

Mit beobachtbaren Tatsachen wird zuerst eine faktenbasierte Argumentationsgrundlage hergestellt.

Durch das Beschreiben der Auswirkungen und Folgen erhöht sich die Bedeutung der gesamten Aussage.

Und durch die Ich-Botschaft kann die Stellungnahme von allen Beteiligten sachlich überprüft und leichter angenommen werden.

Beispiel

„Mir ist aufgefallen, dass wir mit unseren letzten drei Besprechungen 10 Minuten später gestartet sind.“

„Dadurch fehlt uns jedes Mal am Ende die Zeit und wir bearbeiten die übrig gebliebenen Agendapunkte nur noch sporadisch.“

„Meiner Meinung wäre es besser, wir starten grundsätzlich pünktlich.“



Halte das Gefühl aus – lass es abklingen!


Konstruktiv nutzen

In manchen Situationen ist es wichtig, Emotionen kurz aushalten zu können. Wie bei einem „Holzofen“ fühlt man das Feuer im geschützten Inneren und lässt die Hitze langsam durch das Ofenrohr abziehen – das Gefühl kühlt sich von selbst ab.

Achtung

Wenn Gefühle zu sehr unterdrückt werden – besonders über einen längeren Zeitraum – kann es sein, dass sie später umso stärker zum Ausdruck kommen. Sich z. B. immer wieder fragen: gegenüber wem oder was sammelt sich Wut/Ärger an?


Beispiele

Ein Mitarbeiter, der sehr schnell aus der Haut fährt, bemerkt seinen Wutimpuls und verschiebt eine Kritik auf später.

Eine Mitarbeiterin wird von einem Kunden persönlich angegriffen, fühlt sich verletzt, bleibt aber trotzdem sachlich.
Ein Mitarbeiter erhält für seine Präsentation eine negative Kritik von einer Gruppe. Er hält das unangenehme Gefühl aus und
lässt die Kritik vorerst stehen.



Gib Dir Zeit zum Nachdenken!


Konstruktiv nutzen

Reflexion ist genauso wichtig, wie spontan zu handeln und zu kommunizieren. Um bewusster reagieren und entscheiden zu können, ist ein gewisser Raum zum Nachdenken notwendig. Sich die Zeit zum Denken zu geben kann ein Ausdruck von Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung sein.

Achtung

Zu viel Reflexion kann in Grübeln ausarten und den Kommunikationsfluss behindern. Zu oft um Bedenkzeit zu bitten, kann vom Gegenüber als Ausweichen aufgefasst werden.

Beispiele

Bei einer zusätzlichen Arbeitsanfrage: „Darüber muss ich
kurz nachdenken, ich gebe Dir nachher Bescheid – o.k.?“

Auf eine schwierige Frage bei einer Präsentation: „Lassen Sie mich kurz nachdenken ...“

Vor einem Abschluss in einer Verhandlung: „Ich brauche etwas Bedenkzeit.“



Aktiviere Deinen Willen!


Konstruktiv nutzen

In jedem Menschen gibt es eine Kraft, die in eine bestimmte Richtung bewegt (motiviert): die Willenskraft.
Dieser innere Antrieb kann durch unterschiedliche Wege freigesetzt und ausgerichtet werden. Je besser man erkennt, was die eigenen Grund-Motivationen sind, umso leichter gelingt die Aktivierung.

Achtung

Es gibt einen Unterschied zwischen Motivation und Getriebensein (wenn der „Motor“ überhitzt).

Beispiele

Ein Mitarbeiter macht sich bewusst, was er nicht mehr will („weg von“) und was er mehr will („hin zu“).

Eine Mitarbeiterin macht sich klar, vorauf sie sich freuen kann und überwindet so ihren inneren Schweinehund.

Ein Unternehmer macht sich seine Ziele und seine Berufung bewusst und entwickelt mehr Willenskraft.



Steh zu Deinem Fehler!


Konstruktiv nutzen

Einen Fehler einzugestehen kann unangenehm sein. Die Versuchung ist groß, sich vorschnell für etwas zu rechtfertigen. Sich der Blöße zu stellen und nackt da zu stehen – wie der Kaiser ohne Kleider – kann ein Ausdruck von Souveränität sein.

Achtung

Manchmal ist es auch gut einen Fehler vorerst nicht zu erwähnen, bevor man aus einer Mücke einen Elefanten macht.

Beispiele

Eine Mitarbeiterin gibt zu, dass sie in einer Serien-E-Mail falsche Informationen verschickt hat.

Ein Team-Manager hat einen Aussetzer beim Halten einer Präsentation – und steht dazu.

Ein Vorgesetzter hat bei einer Ansprache den Namen eines  wichtigen Kunden vergessen und gibt es selbstironisch zu.



Atme durch!


Konstruktiv nutzen

Der körperliche Zustand spiegelt sich in der Atmung wieder. Ist man angespannt, atmet man schneller und oberflächlicher. In einem entspannten Zustand ist die Atmung langsamer und tiefer. Verändert man die Atmung, hat das Auswirkungen auf den Köper und auch auf die Kommunikation.

Achtung

Nicht übertreiben, ein gesunder Atemrhythmus entsteht in der Regel automatisch.

Beispiele

Ein Geschäftsführer macht morgens eine Stunde Yoga, wodurch sich seine Körperspannung und seine Atmung verbessern. Infolgedessen kommuniziert er im Verlauf des Tages entspannter.
Eine Mitarbeiterin steht vor einem wichtigen Telefonat, atmet zwei, drei Mal entspannt durch und telefoniert dadurch konzentrierter.
Ein Team-Manager bemerkt, dass er in seiner Präsentation zu schnell spricht, vertieft seine Atmung und verlangsamt dadurch sein Redetempo.